29.07.2009
Bombe vor spanischer Polizeikaserne verletzt 50 Menschen
Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach Gründung der baskischen Untergrundorganisation ETA sind bei einem Bombenanschlag im Norden Spaniens 46 Menschen leicht verletzt worden. Die in den Morgenstunden vor einer Kaserne der Guardia Civil detonierte Autobombe habe Menschen töten sollen, sagte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba. In der Kaserne in Burgos leben Polizeibeamte der Guardia Civil mit ihren Frauen und Kindern.Bild vergrößernDurch den offenbar in einem Laster versteckten Sprengsatz wurde die Fassade der mehrstöckigen Kaserne der Polizeieinheit Guardia Civil schwer beschädigt. Medienberichten zufolge riss die 200-Kilo-Bombe einen Krater in die Straße vor der Kaserne in der nordspanischen Stadt. Die Behörden schrieben den Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA zu. Der Präfekt von Kastilien und León, Miguel Alejo, sagte im spanischen Radio RNE, es habe vor der Tat jedoch keinen Warnanruf gegeben, wie sonst bei Anschlägen der ETA üblich.Nach Angaben der Polizei erlitten 46 Menschen leichte Verletzungen wie Schnittwunden und Prellungen. Unter den Verwundeten sind 22 Frauen und sechs Kinder. Zwei Verlet
zte befanden sich am Mittag noch immer zur Beobachtung im Krankenhaus. "Das war ein großer Anschlag", sagte Innenminister Rubalcaba. Ziel der Tat sei es gewesen, Menschen zu töten. Zum Zeitpunkt der Explosion um 4.00 Uhr am Morgen schliefen in dem Gebäude der Guardia Civil etwa 120 Menschen, darunter rund 40 Kinder.Die Guardia Civil ist ein bevorzugtes Anschlagsziel der baskischen Untergrundorganisation ETA. In den vergangenen Jahren zündete die Gruppe wiederholt Sprengsätze vor Kasernen der Guardia Civil. Im Mai 2008 starb ein Mensch bei einem Anschlag auf ein Gebäude der Einheit im baskischen Legutiano.Der Anschlag in Burgos ereignete sich zwei Tage vor dem 50. Jahrestag der ETA-Gründung am 31. Juli 1959 durch linksgerichtete baskisch-nationalistische Studenten. Seit Jahrzehnten kämpft die Gruppe gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden vonsowie im Süden Frankreichs. Dabei wurden bislang mehr als 820 Menschen getötet. Das jüngste Todesopfer war ein Polizist, der im Juni nahe der baskischen Stadt Bilbao nach der Detonation einer Autobombe bei lebendigem Leibe in seinem Wagen verbrannte.


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